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Beruf/Karriere

Betriebsrat und Ingenieurberufe – Vorteile eines Betriebsratsamtes für die Ingenieurkarriere

Karriereaus durch Betriebsratsposten?

In Firmen einer bestimmten Größe kann von der Belegschaft ein Betriebsrat ohne Zustimmung des Arbeitgebers gegründet werden. Doch gibt es in Betrieben mit weniger als 100 Mitarbeitern nur in jedem zweiten Unternehmen einen Betriebsrat und in noch kleineren Betrieben sind sie eher selten. In großen Betrieben ist jedoch überdurchschnittlich häufig ein Betriebsrat organisiert. Die Wahlen zum Betriebsratsamt finden alle vier Jahre statt und alle wahlberechtigten Arbeitnehmer dürfen Kandidaten für die Betriebsratswahl vorschlagen. Dabei stellt sich für höhere Fachangestellte wie Ingenieure und vergleichbare Berufe die Frage, ob es für diese von Vorteil ist, Betriebsrat zu werden oder ob eine Mitgliedschaft der Karriere vielleicht sogar schaden kann. Die Meinungen, ob eine Kandidatur gut für die Karriere ist, fallen recht geteilt aus.

Ein Betriebsratsamt kann zur Entlassung führen

Obgleich die gesetzlichen Vorschriften die Benachteiligung eines Betriebsrates verbieten, kann dieser jedoch entlassen werden, sobald sein Amt endet. In Unternehmen, in denen die Geschäftsführung praktisch allergisch auf den Betriebsrat reagiert, kann sich ein ambitionierter Ingenieur mit dem Gedanken vertraut machen, dass er sein Betriebsratsamt bereuen wird. Oft läuft es darauf hinaus, dass sich ein Betrieb aus fadenscheinigen Gründen früher oder später von ehemaligen Betriebsratsangehörigen trennt. Zudem kann sich die Angehörigkeit nachteilig in einer persönlichen Empfehlung niederschlagen und niemand weiß, was Chefs untereinander für Informationen über ihre Angestellten austauschen. Wer sich trotz der Nachteile für die Karriere als Betriebsratsmitglied aufstellen lässt, sollte sich der Konsequenzen bewusst sein.

Kreative Betriebsräte fallen der Unternehmungsführung auf

In Betrieben, in denen der Betriebsrat zur Betriebskultur gezählt wird, kann dagegen ein Betriebsratsamt durchaus Vorteile für die Karriere haben. Dabei kommt es auf die Art der Zusammenarbeit an. Ein Betriebsratsangehöriger, der nicht nur Arbeitnehmerforderungen rigoros durchdrücken will, sondern auf das betriebliche Wohl im Ganzen hinarbeitet, kann sich so Karriere fördernde Kontakte erarbeiten. Immerhin können Vorschläge, die zur Steigerung der betrieblichen Leistungsfähigkeit durch die Verbesserung der Gesundheit der Mitarbeiter dienen, einen guten Eindruck bei der Betriebsführung hinterlassen. Dabei ist es immer eine Frage des persönlichen Auftritts als Betriebsrat, ob jemand die Achtung der Mitarbeiter und der Vorgesetzten bekommt. Ein Ingenieur, der als Vermittler zwischen beiden Parteien nach innovativen Lösungen sucht, kann in der eigenen Firma etwas bewegen, was nicht unbemerkt bleibt.

Ein Betriebsratsamt ist selten eine Karriereempfehlung

Wer sich gern als Betriebsrat aufstellen lassen möchte, sollte das tun, wobei sich der zukünftige Arbeitnehmervertreter der Konsequenzen bewusst sein sollte. Leider herrscht in deutschen Betrieben vielfach noch ein betriebsratsfeindliches Klima. Es kann das Ende der Karriere in einem Betrieb bedeuten, sich dort in den Betriebsrat wählen zu lassen. Zudem werden Ingenieure mit derartigen Ambitionen von der Betriebsleitung eher gemieden, da sie als kompliziert gelten und nicht voll hinter der Geschäftsführung stehen. Jedoch kann in einem modern ausgerichteten Betrieb ein Betriebsratsamt durchaus für die Karriere förderlich sein, da es auch nützliche Kontakte zur Geschäftsleitung schaffen kann, die so einen kompetenten Mitarbeiter kennenlernen, der immer das Gesamtwohl des Betriebes im Auge behält. Es kommt auf die innere Einstellung an und welche persönlichen Ziele ein Ingenieur hat, ob ein Betriebsratsamt für ihn nützlich ist oder nicht.

Weitere Informationen und Beratung für angehende Betriebsräte können beim ifb – Institut zur Fortbildung von Betriebsräten KG angefordert werden. ifb Seminare bieten neuen Betriebsratsvorsitzenden hilfreiche Unterstützung bei der Übernahme Ihrer Aufgaben.

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