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Arbeitsrecht – Rechte & Pflichten im Bewerbungsprozess

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Bereits im Bewerbungsprozess gibt es Rechten und Pflichten, die man dringend beachten sollte. Denn auch ohne Arbeitsvertrag verpflichten sich beide Parteien zur gegenseitige Rücksichtnahme und dazu, die jeweiligen Interessen und Rechte zu wahren.

1 Aufbewahrung der Bewerbungsunterlagen

Nach Eingang der Bewerbungsunterlagen ist ein Unternehmen dazu verpflichtet, die Unterlagen sicher und sorgfältig aufzubewahren und an keine Dritte weiterzugeben. Die Befugnis, Einsicht in die Bewerbungen zu erhalten, haben nur diejenigen, die aktiv mit dem Einstellprozess betraut sind. Das sind im Normalfall der Arbeitgeber, ein Personaler und gegebenenfalls jemand aus dem Betriebsrat. In keinem Fall jedoch Praktikanten oder Auszubildende. Alle Beteiligten haben Stillschweigen über die Bewerbungsunterlagen zu bewahren, ansonsten können gemäß Bundesdatenschutzgesetz bis zu 300.00 Euro Strafe fällig sein.

Nach Beendigung der Bewerbungsphase müssen diese Unterlagen an den Bewerber zurückgeschickt beziehungsweise aus der Datenbank gelöscht werden, sofern kein Arbeitsvertrag zustande gekommen ist.

Anders ist das mit einer Initiativbewerbung. Hier muss das Unternehmen die Unterlagen nur zurück senden, wenn der Bewerber einen frankierten Rückumschlag beigelegt hat. Ansonsten werden diese nach kurzer Zeit vernichtet oder gelöscht.

2 Kostenübernahme im Bewerbungsprozess

Bewerbungen sind mit etlichen Kosten verbunden, seien es Materialkosten, Versandkosten oder Fahrtkosten zum Vorstellungsgespräch. Übrigens: Befindet sich der Bewerber schon in einem gekündigten Arbeitsverhältnis, steht ihm sogar laut Bürgerlichen Gesetzbuch BGB §629 Anspruch auf eine Freistellung für ein Bewerbungsgespräch zu.

Der Arbeitgeber ist nicht dazu verpflichtet, Ausgaben für eine Bewerbungsmappe, das Porto oder den Druck zu übernehmen. Diese Kosten muss der Bewerber selber tragen, kann diese aber rückwirkend bei der Steuererklärung als Bewerbungskosten geltend machen.

Als Bewerber hat man Anspruch auf die Erstattung von Fahrtkosten, falls diese für ein Vorstellungsgespräch anfallen. Jedoch muss der Bewerber diese selbst geltend machen. Geschieht dies nicht, ist der Arbeitgeber nicht dazu verpflichtet, die Kosten von sich aus zu erstatten. Jedoch kann der Arbeitgeber den Erstattungsanspruch von vornherein ausschließen, wenn er dies ausdrücklich in der Einladung zum Vorstellungsgespräch erwähnt. Die dazugehörige Floskel lautet meistens, dass der Bewerber anfallende Fahrtkosten selbst tragen muss.

3 Aufklärungspflicht

Sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer stehen in der Pflicht, die jeweils andere Partei umfassend über alle Umstände aufzuklären, die für die Ausübung der zu besetzenden Stelle wichtig sind.

Der Arbeitgeber hat insbesondere dann eine Informationspflicht, wenn es um überdurchschnittliche Anforderungen oder besondere gesundheitliche Belastungen geht. Aber auch bei bestehender Gefährdung des Arbeitsplatzes bei geplanter Umstrukturierung oder von Löhnen und Gehältern, muss der Arbeitgeber den Bewerber davon unterrichten.

Aber auch der Arbeitnehmer muss alle Umstände offenlegen, die für die Stelle relevant sind. Hat er beispielsweise keine Arbeitserlaubnis oder ist alkoholabhängig und möchte Berufskraftfahrer werden, steht er in der Pflicht, dem Arbeitgeber davon zu berichten.

4 Wahrheitspflicht

In einem Vorstellungsgespräch muss ein Bewerber alle rechtlich zulässigen Fragen wahrheitsgemäß beantworten. Tut er dies nicht, kann der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis später verhaltensbedingt kündigen oder wegen arglistiger Täuschung anfechten. Ob dabei eine Frage rechtlich zulässig ist, hängt immer von der zu besetzenden Stelle ab. Immer zulässig sind Fragen nach dem Wohnort, beruflichen und fachlichen Kenntnissen, dem vorherigen Arbeitgeber sowie Vorstrafen. Aber auch nach Schwerbehinderungen oder der Aufenthalt- und Arbeitserlaubnis bei ausländischen Bewerbern kann der Personaler fragen.

Fragen nach dem generellen Gesundheitszustand sind nur bei berechtigtem Interesse zulässig. Beispielsweise bei dauerhaften oder akuten Krankheiten. So ist bei einem Bewerber auf eine Stelle als Arzt oder Chirurg die Frage nach einer HIV-Erkrankung zulässig.

Die berühmte Frage nach einer Schwangerschaft ist übrigens nicht rechtens, außer die Gesundheit von Mutter oder Kind könnte während der Tätigkeit gefährdet sein (beispielsweise als Röntgenassistentin). Ansonsten ist hier eine Lüge durchaus berechtigt, da der Arbeitgeber nicht nach der Familienplanung oder einer anstehenden Hochzeit fragen darf.

Unzulässig sind hingegen Fragen nach Ehe und Partnerschaft, sexueller Orientierung, der religiösen Zugehörigkeit oder Vermögensverhältnissen.

5 Treuepflicht

Durch das Arbeitsverhältnis kommen Arbeitnehmer, insbesondere aber Ingenieure, in Kontakt mit Kundeninformationen und Vertragsunterlagen, also mit Daten, die für Konkurrenten eines Unternehmens von erheblichem Interesse sein können. Als Nebenpflicht aus dem Arbeitsverhältnis obliegt dem Arbeitnehmer also die Treuepflicht, die ihm auferlegt, Schaden nach Möglichkeit von seinem Vertragspartner abzuwenden. Ohne besondere Vereinbarung hat der Arbeitnehmer deshalb Verschwiegenheit über Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse zu wahren. Dabei handelt es sich um alle Tatsachen, die im Zusammenhang mit einem Geschäftsbetrieb stehen und die nur einem eng begrenzten Personenkreis bekannt und nicht offenkundig sind und die nach dem Willen des Arbeitgebers aufgrund eines berechtigten wirtschaftlichen Interesses geheim gehalten werden sollen.

Fazit

Letztlich ist es wichtig zu wissen, welche Rechte und Pflichten sowohl für den Bewerber als auch den Arbeitgeber gelten, denn nur so ist auch eine angemessene Vorbereitung für ein Vorstellungsgespräch gewährleistet. Bis es zu diesem kommt, zählen natürlich auch professionelle Bewerbungsunterlagen als Grundlage. Die Bewerbungs-Ghostwriter von richtiggutbewerben.de, die bekannt aus der Wissenssendung Galileo sind, helfen bei der Erstellung und einem sorgenfreien Leben während des Bewerbungsprozesses.

Hannes Jürgensen

…studierte Medienwissenschaften und absolviert momentan ein Praktikum im PR- und Online-Marketing-Bereich bei dem Startup richtiggutbewerben.de. Ein Dienstleister, der Bewerbungen schreibt und so zum Traumjob verhilft. Erfahrungen konnte er auch schon in den Bereichen Print und Fernsehen sammeln. Privat verreist er gerne, treibt Sport und fotografiert gerne.

Quelle: richtiggutbewerben.de

Bildquelle: shutterstock_144764830.jpg

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