close

Technologie

AllgemeinSonstigesTechnikTechnologie

Vakuumtechnik in der Industrie –
Einsatzmöglichkeiten und Funktionsweise

no thumb

Spricht man von Vakuumtechnik in der Industrie, so unterscheidet man höchst unterschiedliche Einsatzgebiete und Anwendungen. Sie ist eine wichtige und aus der Automation und Handhabungstechnik nicht wegzudenkende Technologie. Das Spektrum der Möglichkeiten ist breit gefächert und betrifft eine Vielzahl von Branchen von der Metallindustrie über die Automobilbranche bis zur Medizintechnik.

Die folgenden drei Anwendungsbeispiele veranschaulichen in etwa die Vielfalt der Vakuumtechnik:

Mithilfe von Vakuumsauggreifern können leichte, empfindliche Gegenstände innerhalb einer Automationskette sicher und gegebenenfalls berührungslos angehoben und transportiert werden.

Vakuumheber halten oder befördern sicher große, flächige Werkstücke, wie Holz- oder Spanplatten.

Schüttgüter, wie Sand, Stäube oder schüttbare Lebensmittel wie Mehl oder Zucker gelangen mittels Unterdruck aus dem LKW in die Lagerbehälter der Produktion oder von einer Produktionsstation zur nächsten. Man spricht hierbei von einem Unterdruck-Transportsystem.

Die Diversität der Beispiele belegt die große Palette der Einsatzmöglichkeiten, die diese Technologie bietet. Sie umfasst Handhabung von leichten bis schweren Werkstücken oder Komponenten bis zur Beförderung von Schüttgütern. Unterschiedlichste Prozessschritte wie Anheben, Fördern, Wenden, Greifen, Spanen, Halten, Einlegen, Bewegen, Umsetzen, Transportieren, Beschicken werden mit Vakuumtechnologie realisiert. Sauggreifer, Saugheber, Vakuum- und Balgsauger, Saugpinzetten oder berührungslose Transportsysteme in vielen Größen und Formen führen diese Schritte anwendungsbezogen aus. Auch Applikationen zum Ansaugen von flüssigen Materialien, wie in einem weiter unten aufgeführten Beispiel aus der Stahlindustrie, gehören dazu.

Vakuumbereiche – vom Unterdruck zum Ultrahochvakuum

Wie wird dieses für die Industrie so wichtige Vakuum erzeugt? Um diese Frage zu beantworten muss zunächst bestimmt werden, welcher Vakuumbereich für eine Applikation benötigt wird und um welchen technischen (Teil-)schritt es geht. Man unterscheidet folgende Messbereiche: Atmosphäre (1000 mbar=1 bar abs.), Unterdruck ( 1000 – 300 mbar abs.), Grobvakuum (1000 – 1 mbar abs.), Feinvakuum (1 – 10-3 mbar abs.), Hochvakuum (10-3 – 10-7 mbar abs.) sowie Ultrahochvakuum ( <10 -7 mbar abs.). In der Wissenschaft geht man von der absoluten Schreibweise aus, die den Umgebungsdruck mit einbezieht.
Dieser liegt je nach Höhenlage der Umgebung bei etwa 1 bar. Vakuum kann darüber hinaus auch als relativer Wert angegeben werden, wobei man von einem Luftdruck von 0 bar ausgeht. Die Relativwerte für Vakuum gehen daher in den negativen Bereich und haben negative Vorzeichen. 300 mbar abs. entspricht beispielsweise dem relativen Wert -700 mbar.

Zwei Prinzipien – ein Begriff: Vakuumerzeuger – Ejektoren und kinetische Vakuumpumpen

Technisch gesehen gibt es für das Erzeugen von Vakuum verschiedene Prinzipien. Hinter dem Begriff Vakuumerzeuger verbergen sich nämlich zwei höchst unterschiedliche Produkte. Diese stellen das Vakuum im ersten Fall pneumatisch, im zweiten Fall elektrisch, mithilfe von Bewegungsenergie bereit. Die rein pneumatisch betriebenen Vakuumerzeuger nennt man in der Fachwelt Ejektoren. Ejektoren sind klein, kompakt und leicht und werden meist direkt in ein Druckluftsystem mit einem beständigen Betriebsdruck integriert. Sie funktionieren nach dem Venturi-Prinzip. Dabei wird Druckluft in den Ejektor eingeleitet. Durch die darin befindliche, sich verengende Düse wird der Luftstom zugleich beschleunigt und komprimiert. Nach Verlassen der Düse entspannt sich der Luftstrom und es entsteht ein hoher Unterdruck, der bewirkt, dass Luft von außen durch den im Ejektor vorhandenen Vakuumanschluss angesaugt wird. Ejektoren können mithilfe von vorgeschalteten oder integrierten Ventilen innerhalb kürzester Zeit den Luftstrom des Systems umschalten, regeln und Vakuum generieren. Sie realisieren so kurze, präzise getaktete Arbeitszyklen. Diese Art der Vakuumerzeugung generiert hohes Vakuum (Hochvakuum oder Ultrahochvakuum) bei relativ geringem Volumentstrom. Sie wird da eingesetzt, wo es um das Handling von leichten bis mittelschweren Komponenten geht. Typische Anwendungsmöglichkeiten sind Industrieroboter-Applikationen oder Automationsketten in denen Werkstücke mittels Vakuumgreifern transportiert, gedreht, angehoben oder gehalten werden.

Das zweite Prinzip ist die Vakuumerzeugung durch Maschinen, wie Vakuumpumpen, Vakuum-Gebläse und Verdränger-Vakuumpumpen. Hier hat man es mit anderen Dimensionen zu tun, denn diese Maschinen sind von weitaus größerer Bauart als Ejektoren. Das technische Prinzip dahinter ist etwas komplizierter als das der Ejektoren. Vakuum-Gebläse oder Vakuum-Verdichter sind nicht in ein geschlossenes Druckluftsystem integriert. Sie sind vielmehr selbst der Ursprung des Vakuums, denn sie generieren das benötigte Vakuum durch kinetische Energie. In den meisten Fällen wird diese Bewegungsenergie im Vakuumgebläse durch Drehkolben erzeugt. Für den Antrieb der Drehkolben wiederum ist elektrische Energie notwendig. Die Luft oder auch Gase werden mithilfe von mechanischen Einwirkungen (= Drehkolben) in einem Rohrsysystem in die Förderrichtung gezwungen. Dabei entsteht ein verhältnismäßig geringes Vakuum jedoch ein hohes Saugvolumen. Bei einer Verdränger-Vakuumpumpe wird alternativ das einströmende Medium (Luft oder Gas) abgesperrt, somit verdichtet und anschließend ausgestoßen. Die Vakuumbereiche, die hier erzielt werden können, variieren zwischen Unterdruck und maximal Hochvakuum (dieses wird meist Verbindung mit vorgeschalteten Pumpen erreicht).

Anwendungsbereiche von Vakuum-Drehkolbengebläsen

Der hohe Volumenstrom, der generiert wird, eignet sich für vielfältige Industrieanwendungen, allerdings ganz andere als der sehr kleine der Ejektoren. Sie sind durchweg robusterer Art. Ein hoher Volumenstrom mit leichtem Unterdruck kann beispielsweise ideal für Absaugsysteme schädlicher Gase oder Stäube in der Produktion, Werkstätten, Kohlekraftwerken, der chemischen Industrie und überall dort, wo verunreinigte Luft abgesaugt werden muss, eingesetzt werden.

Vakuumgebläse haben jedoch noch viel mehr zu bieten: In der Stahlindustrie helfen sie bei der Veredelung von Stahl durch Stahlentgasung. Hierbei wird im sogenannten Vakuum-Umlaufverfahren eine Teilmenge des flüssigen Stahls per Unterdruck in ein Gefäß gesaugt. Man spricht hier von Größenordnungen von 10.000 bis 97.000 Kubikmetern pro Stunde. Der eingesaugten Schmelze wird durch das Einblasen von Argon der Kohlenstoff entzogen, das heißt, sie wird entkohlt und entgast. Im Anschluss fließt sie zurück in die Schmelzpfanne. In einem anderen Verfahren, dem sogenannten VODVerfahren (=Vacuum Oxygen Decarburisation) werden durch zusätzlich eingeblasenen Sauerstoff der Schmelze weitere Kohlenstoffe entzogen und der Stahl damit noch weiter veredelt.

Vakuum-Drehkolbengebläse sind des Weiteren ideal geeignet für den Unterdruck-Transport, der zum Bereich der pneumatischen Förderung gehört. Nicht nur Stäube und leichte Schüttgüter (s.o.) können durch die Erzeugung eines Unterdrucks mit einem hohen Volumenstrom transportiert werden, auch kleinere Metallteile, zum Beispiel Stanzabfälle die bei der Produktion im Walzwerk anfallen, können mittels Vakuum abgesaugt und über Rohrleitungen in den Schmelzprozess zurückgeführt werden.

Mehr lesen
TechnikTechnologieWirtschaft

Begeisterung für autonomes Fahren wächst trotz Sicherheitsbedenken

Begeisterung für autonomes Fahren wächst

Berlin (ots)

- Jeder zweite Verbraucher möchte in den nächsten fünf Jahren in       ein selbstfahrendes Auto einsteigen    
- Erwartungen der Verbraucher schaffen umfassende Geschäftsmöglichkeiten für Automobilbranche, um ein Ökosystem mit neuen Dienstleistungen und Partnern aufzubauen
- Investitionen in neue Angebote, Software und Kundenkommunikation notwendig

Die Akzeptanz und Begeisterung für das autonome Fahren steigt. Der Anteil der Verbraucher, der sich in selbstfahrenden Autos fortbewegen möchte, wird sich in den nächsten fünf Jahren von 25 auf 52 Prozent verdoppeln. Bis 2029 ziehen sogar 62 Prozent der befragten Verbraucher ein selbstfahrendes Auto einem traditionellen Fahrzeug vor. Selbst in Deutschland, wo momentan nur 17 Prozent der Befragten in ein autonomes Fahrzeug einsteigen würden, liegt der Anteil in zehn Jahren bei 61 Prozent. In China sind es bis 2029 sogar 72 Prozent. Neben den chinesischen Verbrauchern sind Stadtbewohner und Millennials dem autonomen Fahren gegenüber besonders aufgeschlossen. Dies geht aus der aktuellen Studie des Capgemini Research Institute „The Autonomous Car. A Consumer Perspective“ hervor, für die Verbraucher in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Schweden, den USA und China befragt wurden.

59 Prozent aller weltweit und 65 Prozent der in Deutschland befragten Verbraucher blicken mit Vorfreude auf das Thema autonomes Fahren. Mehr als die Hälfte der Befragten (56 Prozent) ist außerdem bereit, bis zu 20 Prozent mehr für ein autonomes Fahrzeug zu bezahlen als für ein Standardmodell. In Deutschland sind es sogar 61 Prozent. Die Befragten erwarten durch das autonome Fahren zudem positive Effekte bei der Kraftstoffeffizienz (73 Prozent), geringere CO2-Emissionen (71 Prozent) und Zeitersparnis (50 Prozent).

Autonome Fahrzeuge sind mehr als nur ein Fortbewegungsmittel

Die Studie macht deutlich, dass sich die Art und Weise wie Mobilität wahrgenommen wird, gerade entscheidend wandelt. Die Verbraucher glauben, dass autonome Fahrzeuge im täglichen Leben zukünftig eine größere Rolle spielen, die über das eigentliche Fahren hinaus gehen wird. Autonomen Fahrzeugen wird eine gewisse Eigenständigkeit zugestanden: Fast die Hälfte (49 Prozent) der Befragten wäre damit einverstanden, dass selbstfahrende Autos für sie Besorgungen machen. Mehr als die Hälfte (54 Prozent) würde darauf vertrauen, dass ein autonomes Fahrzeug Freunde und Familienmitglieder, die selbst nicht fahren, absetzt oder abholt. Jeder Zweite (50 Prozent) erwartet zudem, mithilfe von selbstfahrenden Autos Zeit zu sparen, um anderen Aktivitäten nachzugehen – wie z.B. Kontakte knüpfen, Unterhaltungsangebote wahrnehmen, Arbeiten oder einfach nur die Reise genießen.

Sicherheitsbedenken bremsen die Begeisterung

Trotz der überwiegend positiven Resonanz auf das autonome Fahren äußern viele Verbraucher noch Bedenken, insbesondere wenn es um die Sicherheit des Fahrzeuges (73 Prozent) und die Sicherheit des Systems (72 Prozent) geht. Eine wesentliche Hürde sehen 71 Prozent zudem darin, dass autonome Fahrzeuge bei plötzlich auftretenden Zwischenfällen falsch reagieren könnten.

„Auch wenn das autonome Fahren bei den Verbrauchern mehrheitlich positive Emotionen hervorruft, besteht dennoch auch ein gewisses Maß an Unsicherheit und Besorgnis. Automobilunternehmen müssen die Erwartungen und Ängste ihrer zukünftigen Kunden berücksichtigen, wenn sie autonome Fahrzeuge auf den Markt bringen. Statt einer starken Produktorientierung sollten sie verstärkt Services und die Bedürfnisse der Kunden in den Vordergrund stellen“, sagt Dr. Rainer Mehl, weltweiter Leiter des Automotive und Mobility-Geschäfts von Capgemini Invent.

Die Capgemini-Studie gibt Automobilunternehmen vier konkrete Handlungsempfehlungen, die sie dabei unterstützen, den Weg in eine autonome Zukunft zu beschleunigen:

   - Die Kunden auf dem Laufenden halten: Aus Sicht des Verbrauchers entwickelt sich das Auto von einem reinen Transportmittel zu einem persönlichen Assistenten. Durch diese Verschiebung fällt Automobilunternehmen eine enorme Verantwortung zu: Sie müssen offen damit umgehen, welche neuen Möglichkeiten mit autonomen Fahrzeugen einher gehen und falsche oder irreführende       Darstellungen vermeiden. 
   - Erwartungen verstehen und steuern: Die Studie zeigt, dass die 
     Verbraucher eine sehr klare Vorstellung davon haben, was sie von
     einem selbstfahrenden Auto erwarten. Automobilunternehmen 
     sollten ihre - teilweise hohen - Erwartungen verstehen und diese
     so weit wie möglich auch in den Designprozess einbringen. Der 
     Studie zufolge würden 56 Prozent der Verbraucher ihre Zeit im 
     Auto mit verschiedenen Unterhaltungsaktivitäten verbringen. 
     Solche Erwartungen müssen beim Design von selbstfahrenden Autos 
     berücksichtigt werden. Gleichzeitig gilt es, in die Sicherheit 
     der Fahrzeuge zu investieren und dies auch klar zu 
     kommunizieren. 
   - Ein Ökosystem von Dienstleistungen aufbauen: 
     Automobilunternehmen müssen ihr Angebot an Services und 
     Produkten im selbstfahrenden Auto erweitern, denn die 
     Verbraucher erwarten ein breites Spektrum an Erfahrungen im 
     Fahrzeug. Diese reichen von der Unterhaltung über das Arbeiten 
     bis hin zu Fitness Exercises. Um diese Angebote zukünftig zur 
     Verfügung zu stellen und in neue Geschäftsmöglichkeiten 
     umzuwandeln, müssen die Unternehmen mit einer Reihe neuer 
     Technologie-, Content- und Handelsakteure zusammenarbeiten, um 
     ein umfassendes Ökosystem von Dienstleistungen zu schaffen. 
   - In Software investieren und Kompetenzen aufbauen: Als       industriell geprägte Branche, die sich stark verändert, müssen       Unternehmen der Automobilbranche das autonome Fahren über alle       Unternehmensbereiche hinweg in ihre Gesamtstrategie einbetten       und nicht nur als ein weiteres Innovationsprojekt betrachten.       Dies kann nur erreicht werden, wenn sie umfassende       Softwarekompetenzen aufbauen und ihre digitalen Fähigkeiten       weiterentwickeln. Neben der Qualifizierung der eigenen       Mitarbeiter umfasst dies auch die Entwicklung neuer       Partnerschaften, damit technologische Kompetenzen und die       Beherrschung von digitalen Tools über verschiedene       Geschäftsfunktionen hinweg sichergestellt sind. 

„Unsere Studie zeigt, dass bei den Verbrauchern ein hohes Maß an Optimismus und Begeisterung für das autonome Fahren vorhanden ist. Da zuletzt häufig die technischen Entwicklungen im Vordergrund standen, ist es sehr ermutigend, dass die zukünftigen Passagiere vor allem auch die positiven Aspekte der neuen Technologie sehen. Die Erwartungen der Verbraucher an das autonome Fahrerlebnis werden sich nicht nur auf die Automobilindustrie auswirken, sondern auch auf die Medien- und Unterhaltungsindustrie, den Einzelhandel und das Gesundheitswesen. Dies wird den Weg für Partnerschaften und eine Vielzahl neuer Geschäftsmöglichkeiten ebnen“, fasst Rainer Mehl abschließend zusammen.

Zur Methodik

Das Capgemini Research Institute hat für die Studie im Dezember 2018 5.538 Verbraucher in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Schweden, den USA und China befragt. Ergänzend wurden Befragungen mit 280 Führungskräften von OEMs, Zulieferern und Technologieunternehmen und vertiefende Interviews mit Branchenführern durchgeführt.

Weitere Informationen zur Studie finden Sie unter http://ots.de/14o4Nh

Über Capgemini

Capgemini ist einer der weltweit führenden Anbieter von Management- und IT-Beratung, Technologie-Services und Digitaler Transformation. Als ein Wegbereiter für Innovation unterstützt das Unternehmen seine Kunden bei deren komplexen Herausforderungen rund um Cloud, Digital und Plattformen. Auf dem Fundament von 50 Jahren Erfahrung und umfangreichem branchenspezifischen Know-how hilft Capgemini seinen Kunden, ihre Geschäftsziele zu erreichen. Hierfür steht ein komplettes Leistungsspektrum von der Strategieentwicklung bis zum Geschäftsbetrieb zur Verfügung. Capgemini ist überzeugt davon, dass der geschäftliche Wert von Technologie durch Menschen entsteht. Die Gruppe ist ein multikulturelles Unternehmen mit über 200.000 Mitarbeitern in mehr als 40 Ländern, das 2018 einen Umsatz von 13,2 Milliarden Euro erwirtschaftet hat.

Mehr unter www.capgemini.com/de. People matter, results count.

Über das Capgemini Research Institute

Das Capgemini Research Institute ist Capgeminis hauseigener Think-Tank in digitalen Angelegenheiten. Das Institut veröffentlicht Forschungsarbeiten über den Einfluss digitaler Technologien auf große Unternehmen. Das Team greift dabei auf das weltweite Netzwerk von Capgemini-Experten zurück und arbeitet eng mit akademischen und technologischen Partnern zusammen. Das Institut hat Forschungszentren in Großbritannien, Indien und den USA. Mehr unter www.capgemini.com/de-de/capgemini-research-institute

Quelle: presseportal.de

Bildquelle: „obs/Capgemini“

Mehr lesen
TechnologieWirtschaft

Künstliche Intelligenz im Handel 2018: Weg vom Hype, willkommen in der Realität Fokus auf Vertrieb und Marketing, der Kunde steht noch nicht im Mittelpunkt

shutterstock_158159687

Berlin (ots) – Wieviel ist Künstliche Intelligenz (KI) im Handel wert und wo liegen die Wachstumschancen? Eine neue Studie des Capgemini Research Institute errechnet ein 300+ Milliarden US-Dollar Potenzial für Händler, die ihre aktuellen KI-Anwendungen skalieren und erweitern. Bisher ist das allerdings nur bei 1 Prozent der beobachteten Anwendungsfälle möglich. Im Rahmen der Studie „Retail superstars: How unleashing AI across functions offers a multi-billion dollar opportunity“ wurden 400 global tätige Handelsunternehmen befragt, die KI-Anwendungen bereits in unterschiedlichen Reifegraden einsetzen und gemeinsam 23 Prozent des Umsatzes im globalen Einzelhandelsmarkt repräsentieren.

Achim Himmelreich, globaler Leiter Customer Engagement für Konsumgüter und Handel bei Capgemini, meint: „Die Händler weltweit scheinen nun zu wissen, wie wichtig KI für ihre zukünftige Wettbewerbsfähigkeit sein wird. Das Bewusstsein ist da und erste Schritte wurden eigeleitet. Der großflächige Einsatz in der Praxis ist jetzt der nächste Meilenstein. Vor allem aber sollten Händler der Versuchung widerstehen, nur kurzfristige Renditeziele zu verfolgen und dabei Kunden – vor allen Dingen im Sinne langfristiger Kundenbindndung – aus dem Blick zu verlieren. Laut unserer Studie legt der Großteil der Unternehmen bei KI vor allem Wert auf Kosten, Daten und Return on Invest (ROI), statt zu beobachten, welche Steine sie ihren Kunden damit in den Weg legen. Langfristig werden sich loyale Kunden wesentlich nachhaltiger in finanziellen Kennziffern niederschlagen.“

Wesentliche Erkenntnisse der Studie:

– Mehr als ein Viertel (28 Prozent) der Händler verwenden heutzutage KI: Dies entspricht einem deutlichen Anstieg von 17 Prozent im Jahr 2017, seit 2016 hat sich dieser Prozentsatz versiebenfacht (4 Prozent).

– KI schafft Arbeitsplätze, die Verluste sind bisher überschaubar: 71 Prozent der Händler geben an, dass KI heute Arbeitsplätze schafft, wobei sich über zwei Drittel (68 Prozent) dieser Jobs auf einem recht erfahrenen Niveau bewegen. Dagegen erklärten 75 Prozent, dass KI bislang keinerlei Arbeitsplätze in ihrer Organisation ersetzt habe. Diejenigen die sagten, dass Arbeitsplätze eingespart wurden, schätzen die Zahl auf 25 oder weniger.

– KI führt zu weniger Kundenbeschwerden und höheren Umsätzen: Händler sind sich bemerkenswert einig bezüglich des Einflusses von KI auf die Kundenbeziehung und Umsätze: Während die Erwartungen seit 2017 sanken, erwarten 98 Prozent der Befragten, die KI in kundennahen Funktionen einsetzen, bis zu 15 Prozent weniger Kundenbeschwerden, während 99 Prozent der Befragten einen Anstieg der Umsätze von bis zu 15 Prozent erwarten. Das ist ein bedeutender Sprung seit 2017, als die Antworten von „Null“ über „15 Prozent Wachstum“ bis hin zu „ich weiß es nicht“ reichten.

Um die Chancen für zukünftiges Wachstum, wie den erwarteten Nutzen und eine realistische Umsetzung, zu berechnen, analysierte das Capgemini Research Institute 43 Anwendungsfälle für KI mit folgendem Ergebnis:

Nur wenige Handelsunternehmen können tatsächlich Milliarden einsparen: Laut der Studie können Einzelhändler in der Zukunft 300+ Milliarden US-Dollar einsparen, indem sie die KI-Anwendungen über die gesamte Lieferkette hinweg skalieren. Bei der Prüfung aller aktiven KI-Anwendungen zeigte sich jedoch, dass nur 1 Prozent dieser Projekte für eine Implementierung an mehreren Standorten oder bei einer vollständigen, flächendeckenden Implementierung geeignet ist.

Mangelnder Fokus auf einfache, kundenorientierte Implementierungen: Diese mangelnde Skalierbarkeit beruht wahrscheinlich darauf, dass Händler sich auf komplexere Projekte mit höherer Rendite konzentrieren. Einzelhändler, die KI anwenden, arbeiten acht Mal häufiger an Projekten mit hoher Komplexität als an „quick wins“, die einfacher zu skalieren sind. Bei den bisherigen Implementierungen fehlt zudem der Fokus auf die Benutzerfreundlichkeit: Treibende Kräfte hinter den derzeitigen KI-Implementierungen sind Kosten (62 Prozent) und ROI (59 Prozent), während die Kundenerfahrung (10 Prozent) und die bekannten Kunden „pain points“ (7 Prozent) erheblich niedrigere Priorität haben.

Enormes Potenzial für die KI im Betrieb: Heute sind nur 26 Prozent der KI-Anwendungsfälle auf den Betrieb ausgelegt, die aber hinsichtlich der Renditen zu den profitabelsten gehören. Zu den herausragenden Beispielen zählen die Verwendung von AI für Beschaffungsaufgaben (rund 7,9 Prozent ROI), die Verwendung von Bilderkennungsalgorithmen zur Diebstahlerfassung im Geschäft (7,9 Prozent) und die Optimierung der Supply-Chain-Routenplanung (7,6 Prozent). Eine digitale und optimierte Lieferkette bietet große Chancen, da KI hier deutlich mehr Effizienz bringt.

Einzelhändler sind realistischer in Bezug auf ihre Bereitschaft für KI Nun, wo Künstliche Intelligenz in der Praxis angekommen ist, sind auch die Unternehmen realistischer, was ihre eigene Bereitschaft dafür angeht. Während im Jahr 2017 noch 78 Prozent behaupteten, dass sie über die für die Implementierung der KI erforderlichen Fähigkeiten verfügen, sind es heute nur noch 53 Prozent. Mehr als acht von zehn Einzelhändlern waren 2017 zuversichtlich, dass ihr Datenökosystem für die Implementierung der KI bereit ist. In der aktuellen Studie ist dieser Wert auf 55 Prozent gefallen. Der Anteil von Organisationen, die angeblich eine Roadmap für die KI-Implementierung haben, ist von 81 Prozent im Jahr 2017 auf nur noch 36 Prozent gesunken.

Die Studie steht hier zum Download bereit: https://www.capgemini.com/de-de/research/aufbau-eines-handelsriesen/

Forschungsmethodik

Das Capgemini Research Institute befragte im August 2018 400 Führungskräfte von Einzelhändlern in den USA, Großbritannien, Frankreich, Deutschland, China, Indien, Italien, Spanien, Schweden und den Niederlanden. Alle Befragten gaben an, dass sie KI-Anwendungsfälle in verschiedenen Reifegraden über eine Reihe von Einzelhandelssektoren und Ländern hinweg implementieren. Im Oktober 2018 führte Capgemini eine umfangreiche Sekundärforschung durch, die sich auf die 250 umsatzstärksten Einzelhändler konzentrierte. Die Umsatzzahlen wurden aus den bei Bloomberg für 2017 veröffentlichten Einnahmen ermittelt. Die Stichprobe stellt eine Mischung aus Einzelhändlern dar, die in mehreren Teilbereichen und Regionen des Einzelhandels tätig sind.

Über Capgemini

Capgemini ist einer der weltweit führenden Anbieter von Management- und IT-Beratung, Technologie-Services und Digitaler Transformation. Als ein Wegbereiter für Innovation unterstützt das Unternehmen seine Kunden bei deren komplexen Herausforderungen rund um Cloud, Digital und Plattformen. Auf dem Fundament von 50 Jahren Erfahrung und umfangreichem branchenspezifischen Know-how hilft Capgemini seinen Kunden, ihre Geschäftsziele zu erreichen. Hierfür steht ein komplettes Leistungsspektrum von der Strategieentwicklung bis zum Geschäftsbetrieb zur Verfügung. Capgemini ist überzeugt davon, dass der geschäftliche Wert von Technologie durch Menschen entsteht. Die Gruppe ist ein multikulturelles Unternehmen mit 200.000 Mitarbeitern in über 40 Ländern, das 2017 einen Umsatz von 12,8 Milliarden Euro erwirtschaftet hat.

Mehr unter www.capgemini.com/de. People matter, results count.

Über das Capgemini Research Institute

Das Capgemini Research Institute ist Capgeminis hauseigener Think-Tank in digitalen Angelegenheiten. Das Institut veröffentlicht Forschungsarbeiten über den Einfluss digitaler Technologien auf große Unternehmen. Das Team greift dabei auf das weltweite Netzwerk von Capgemini-Experten zurück und arbeitet eng mit akademischen und technologischen Partnern zusammen. Das Institut hat Forschungszentren in Großbritannien, Indien und den USA.

Quelle: presseportal.de

Bildquelle: shutterstock_158159687

Mehr lesen
AllgemeinTechnikTechnologieWirtschaft

e-Mobility: sechs von 12 Wallboxen empfehlenswert ADAC Test zeigt: Billigprodukte können gefährlich sein

e-Mobility: sechs von 12 Wallboxen empfehlenswert

München (ots) – Wer sich ein Elektroauto zulegt, braucht eine Ladestation für zu Hause – eine sogenannte Wallbox. Der ADAC hat zwölf Modelle – mit Ladeleistungen von 3,7 kW bis 22 kW – einem Systemvergleich unterzogen.

Das Testergebnis zeigt große Unterschiede. Sechs Boxen erhielten die Note „sehr gut“ oder „gut“ und sind damit empfehlenswert. Drei Boxen (mit „ausreichend“ bewertet) hatten so große Schwächen, dass sie als nicht empfehlenswert eingestuft wurden. Und drei Geräte fielen aufgrund eklatanter Sicherheitsmängel im Test durch.

Am besten abgeschnitten haben die 11-kW-Wallbox des deutschen Herstellers ABL (Note 1,0) und die 4,6-kW-Box des Herstellers Keba (Note 1,3). Mit 865 Euro beziehungsweise 762 Euro liegen sie preislich im Mittelfeld. Ebenfalls ein „sehr gut“ (Note 1,4) bekam die 22-kW-Box von Mennekes – diese ist mit 1903 Euro allerdings doppelt so teuer.

Der ADAC warnt vor den beiden im Internet erhältlichen Billiggeräten von Annies-Carparts und Franz Röcker (Note jeweils 5,5). Die Ladeboxen schalten bei einer Fehlermeldung den Strom nicht ab. Dies ist extrem gefährlich und kann zu einem Brand oder zu Personenschäden führen.

Wichtig: Die Installation einer Wallbox muss eine Elektrofachkraft übernehmen. Hilfreich ist ein fest an der Box angebrachtes Ladekabel. Auf nicht benötigte Ausstattungen sollte man verzichten. Diese können die Bedienung erschweren sowie zu Fehlern und Ausfällen führen. Um hohe Zusatzkosten zu vermeiden, ist ein integrierter Schutz gegen Gleichfehlerströme wichtig. Außerdem sollte man sich bewusst sein, dass zusätzlich zu den Kosten einer Wallbox auch Anschlusskosten entstehen.

Untersucht wurden die Zuverlässigkeit beim Laden, die Einfachheit der Bedienung sowie die Sicherheit. Das Gesamturteil konnte dabei nicht besser sein als die Note der Sicherheit. Die kompletten Testergebnisse finden sich unter www.bit.ly/adac_wallboxen.

Quelle: presseportal.de

Bildquelle: „obs/ADAC e.V.“

Mehr lesen
AllgemeinTechnologie

TÜV Rheinland: Sprachassistenten bewusst einsetzen Alexa, Google Home oder Siri vereinfachen den Alltag
Viele Verbraucher sind kritisch
Gespeicherte Daten können gelöscht werden

shutterstock_497278348

Köln (ots) – Die Sprachsteuerung von Geräten und Sprachassistenten sind weiter auf dem Vormarsch – Stichwort Smart Home. Manche Verbraucher haben jedoch Sicherheitsbedenken, wenn es um Sprachassistenten geht. Denn Geräte wie Alexa von Amazon, Google Home oder Siri von Apple hören bei privaten Gesprächen mit, greifen oft auf andere Anlagen zu und können Bestellungen auslösen. Auf der anderen Seite erleichtern Sprachassistenten den Alltag und bieten neue, interessante Möglichkeiten. „Wer die Sprachassistenten bewusst einsetzt und bestimmte Regeln beachtet, kann mit ihnen eine Menge Freude haben“, sagt Günter Martin, Internet-Experte von TÜV Rheinland.

Antwort auf fast alle Fragen

Eine Funktion der Systeme ist die Beantwortung aller Fragen, die öffentliche Informationen enthalten, beispielsweise: Wie wird das Wetter morgen? Oder: Wo finde ich das nächste italienische Restaurant? Über die Assistenten können Verbraucher aber auch Nachrichten schicken oder Anrufe vom Handy aus tätigen, ohne es in die Hand zu nehmen, Musik hören und das Smart Home steuern, wenn der Sprachassistent mit Licht, Radio oder Klimaanlage vernetzt ist. Die Verbindung mit sicherheitsrelevanten Funktionen ist dagegen nicht zu empfehlen. „Sprachassistenten sind nicht auf die Stimme der Besitzer zugeschnitten. Jeder in Hörreichweite kann Anweisungen geben. Das sollten Nutzer immer bedenken“, unterstreicht Martin. Ist das Gerät zum Beispiel mit der Schließanlage des Hauses verbunden, könnte ein Dritter von außen theoretisch mit einem Megaphon rufen und so einfach ins Gebäude gelangen.

In bestimmten Situationen Gerät ausschalten

Über sensible Daten wie Kreditkartennummern und Passwörter sollte bei eingeschaltetem Sprachassistenten nicht gesprochen werden. „Die Geräte haben einen Ausschaltknopf, der in diesen Situationen genutzt werden sollte“, erklärt Martin. Zwar hören die Systeme die ganze Zeit mit, aber sie verbinden sich erst mit dem Server des Anbieters, wenn der Nutzer sie ausdrücklich anspricht. Dann speichern sie die Befehle des Nutzers, um sie zu analysieren und auszuführen. Übrigens können Verbraucher in der App unter Einstellungen anhören und lesen, was sie gesprochen haben und dies löschen. Weitere Informationen unter www.tuv.com/de/trustiot bei TÜV Rheinland.

Quelle: presseportal.de

Bildquelle: shutterstock_497278348.jpg

Mehr lesen